Shelter Project – Iraq

Das Pilotprojekt für eine europäische Resettlement Initiative

Die Situation

Seit 2014 sind die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak ständig eskaliert. Die Kämpfe zwischen dem IS auf der einen, dem irakischen Heer, kurdischen Sicherheitskräften und shiitischen Milizen auf der anderen Seite haben geschätzte 3,3 Millionen Menschen zu Flüchtlingen innerhalb des Irak gemacht. Zu dieser Zahl an „internally displaced persons (IDP)“ müssen inzwischen noch bis zu einer Million Menschen aus Mossul dazugerechnet werden.

Die meisten Vertriebenen möchten, sobald es die Sicherheitslage erlaubt, wieder heimkehren und ihre zerstörten Wohnungen und Häuser und damit ihre Existenzgrundlage wiederaufbauen. Andernfalls droht die Gefahr, dass sie lange Zeit in Zeltcamps verbringen oder gar ins Ausland flüchten müssen.

Das Projekt

Respekt.net und die Projektpartner werden in diesem ersten Projekt 500 Familien Heimkehr und Wiederaufbau ermöglichen, indem sie ihnen während des Wiederaufbaus eine menschenwürdige Unterkunft zur Verfügung stellen.

Die modularen Unterkünfte wurden von Better Shelter nach Anleitung durch den UNHCR entwickelt. Die Entwicklungskosten wurden von der IKEA Foundation getragen. Die Better Shelter Unterkünfte sind in jeder Hinsicht menschenwürdiger und stabiler als Flüchtlingszelte: kein Stoff, sondern Kunststoffpaneele mit Stahlrohrrahmen; eine verschließbare Tür und verschließbare Fenster. Auch Erwachsene können im Innenraum aufrecht stehen und am Dach ist ein Solarpaneel, das Strom produziert. Eine Better Shelter-Unterkunft hat knapp 18m2 und bietet einer Familie mit bis zu acht Personen Platz.

Die weltweit tätige Hilfsorganisation Terre des hommes wird die Unterkünfte ab September 2017 vor Ort verteilen und gemeinsam mit den Familien aufbauen. Die Mitarbeiter von Terre des hommes sind seit 2014 im Nordirak und mit den lokalen Behörden bestmöglich vertraut.

Das Pilotprojekt soll 500 Better Shelter-Unterkünfte für 500 heimkehrende Familien finanzieren.

Das Fundraising

Eine Better Shelter-Unterkunft kostet ca. USD 1.150, 500 Unterkünfte somit USD 575.000 (ca EUR 500.000). Die indirekten Kosten (Transport, Organisation und Abwicklung vor Ort) werden von Großspendern oder den beteiligten NGOs übernommen, sodass die gesamten Spenden direkt in die Unterkünfte fließen. Von den EUR 500.000 ist die Hälfte durch Großspender gesichert. Anders gesagt: Mit EUR 500 kann für eine Familie eine Unterkunft geschaffen werden, dank der Verdoppelungsspender.

Respekt.net will mit einem Crowdfunding-Spenden Projekt die fehlenden EUR 250.000 aufstellen. Dazu wird neben der Projektpräsentation auf der Crowdfunding Plattform selbst zusätzlich eine Website eingerichtet, die über den Ablauf, die Projektpartner und die aktuellen Entwicklungen berichtet (www.shelterproject.net).

Warum?

Das Flüchtlingsthema ist ein zentrales Thema für das sichere Zusammenleben in Europa. Europa muss sich mehr vor Ort engagieren – in den Kriegs- und Krisengebieten selbst. Die Menschenwürde gebietet es, Familien, die wieder heimkehren und sich ihre Existenz wieder aufbauen wollen, zu helfen.

Über Respekt.net konnten seit 2015 viele Hilfsprojekte für Flüchtlinge gestartet werden. Respekt.net sieht in diesem Pilotprojekt eine großartige Chance, die Arbeit mit starken Partnern auf internationaler Ebene fortzusetzen und zugleich den gesellschaftlichen Diskurs um die Themen Migration, Integration und Flucht in Österreich und Europa auf eine neue, konstruktive Ebene zu stellen.

Perspektive

Die Projektpartner Terre des hommes, Better Shelter und Respekt.net sehen dieses Pilotprojekt als Start einer langfristigen Zusammenarbeit. Wir wollen das Projekt fortsetzen und auf eine europäische Ebene stellen.

Österreich kann dabei die Rolle eines Initiators einnehmen und zusammen mit Schweden, dessen Außenministerium bereits Interesse signalisiert hat, eine Vorreiterrolle für eine positive und produktive Resettlement Politik Europas einnehmen. Die größte Wirkkraft kann entfaltet werden, wenn diese private Initiative von staatlicher Seite unterstützt wird. Denn das Flüchtlingsthema kann letztlich nur durch eine Zusammenarbeit von Privat und Staat gelöst werden.

Projektpartner:

Terre des hommes          

NPO; Verteilung an Familien und Koordination des Aufbaus in Absprache mit öffentlichen Stellen vor Ort und Monitoring der Projektumsetzung

Better Shelter

NPO; Hersteller der Unterkünfte (initiiert von der IKEA Stiftung und dem UNHCR)

Respekt.net                      

NPO; Crowdfunding-Spendenplattform